Stamm: Fishfarming und Antike in der Türkei
13.03.2018

Flughafen Zürich, Ausgangspunkt für manche unserer Törns und Reisen. Hektik, Menschenmengen, Anstehen beim Check-In trotz Webcheckin, warten und dann endlich… Ist es Zufall, dass wir gerade mit Swiss in die Türkei fliegen? Das Grounding der Swissair hat im Oktober 2001 Schlagzeilen gemacht, genauso wie die Türkei in den letzten Wochen und Monaten. Sollen wir überhaupt gehen? Wie ist die Lage vor Ort? Was erwartet uns dort? Wieso ausgerechnet die Türkei? Die Türkei bietet vielfältige Küstenlandschaften, von hügelig bis zu hohen Bergketten direkt am Wasser. Ein Traumrevier, wie es auf dieser Welt nach Meinung vieler Segler nicht viele gibt. Eines der schönsten Reviere an der türkischen Westküste ist der Golf von Güllük: An der bergigen, gut bewaldeten Küste git es reichlich Buchten, romantische Stadthäfchen und Marinas. Dazu kommt der Meltemi, der regelmässig, aber in abgeschwächter Form aus Nordwest kommt. Das Mittelmeerklima mit heissen Sommern verspricht im Oktober noch Durchschnittstemperaturen von 20°C und wenig Regen, das Revier ist gut erreichbar und vergleichsweise günstig. Was will des Seglers Herz mehr?
Die antike Landschaft als Randgebiet im Osten der griechischen Welt in der heutigen Türkei wurde Karien genannt und als selbständiges Königreich verwaltet, das vielfältigen und unterschiedlichen Kultureinflüssen ausgesetzt war. In den Bergen war Landwirtschaft nicht im grösseren Stil möglich, jedoch war die Region von grosser Bedeutung für den Handel. An der Küste war der Endpunkt einer Verkehrsstrasse aus dem Landesinneren, wo sie auf eine grosse Seestrasse traf, die den Orient mit dem Ägäischen Meer verband. Es ist nicht verwunderlich, dass drei der heute bekannten "Sieben Weltwunder der Antike", welcher der phönizische Schriftsteller Antipatros von Sidon in der zweiten Hälfte des 2. Jahrhundert v.Chr. in einem Reiseführer in griechischer Sprache schrieb, in der türkischen Ägäis zu finden sind. Auf den Spuren der Antike begegnen wir so dem Grabmal des Mausolos II in Halikarnassos, der antiken Hafenstadt Iasos, dem Orakel von Dydima oder dem karischen Myndos.
Ebenfalls zur antiken Kultur der Türkei gehört die Bootsbaukunst der Gulets, welche seit der Antike in Karien gebaut werden und über Jahrtausende DER Typ des Handelsseglers waren. Mit ihnen wurden Amphoren mit Oliven, Öl, Wein, Gewürze, feine Stoffe und viele andere kostbare Güter entlang der türkischen Küsten befördert. Heute werden Gulets in Bodrum, Bozburun, Marmaris, Fethiye und Yalikavak immer noch traditionell aus Holz gefertigt und haben sich mit ihrer modernen Ausrüstung und luxuriösem Ausbau zu einem wichtigen und charakteristischen Teil des türkischen Tourismus entwickelt. Entlang der Küste des Golfs von Güllük lässt es sich hervorragend segeln, nur auf offener See ist etwas navigatorisches Geschick gefragt. Der Golf von Güllük ist seit vielen Jahren als Zentrum der türkischen Meerwasser-Fischzucht bekannt. Nach einem grossen Fischsterben, ausgelöst durch die grosse ökologische Belastung des Golfes, sind geschlossene Buchten und Buchten mit archäologischen Stätten für die Fischzucht ausgeschlossen. Die Netzgehege der Fischfarmen haben den Golf verlassen und haben weiter draussen (offhshore) an strömungsintensiveren Plätzen festgemacht.
Die Türkische Ägäis ist auf jeden Fall einen Törn wert! Die atemberaubende Landschaft, die türkische Kultur, Gastfreundschaft der Einheimischen, die Vorzüge des Reviers und nicht zu Letzt die Erreichbarkeit und die Preise sprechen für sich. Und Ankara ist weit weg…

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